Das Gak feiert in der Zeit vom 13. bis zum 16. September sein 125
jähriges Jubiläum mit einem großen
Festprogramm.
Die Schulgemeinschaft wird nicht nur viel Prominenz
begrüßen dürfen, sondern auch eine Vielzahl
Ehemaliger, die sich einen Eindruck von der Weiterentwicklung
„ ihrer“ Schule verschaffen wollen.
Die Abiturienten der ehemaligen OIa des Abiturjahrgangs 1950
hatten vor wenigen Wochen den Anfang gemacht: Ihnen war es 50 Jahre
nach dem Bestehen ihrer Hochschulreife zum ersten Mal möglich,
das Gymnasium am Krebsberg zu besuchen. Begeistert waren sie vor
allem von den vielen Möglichkeiten, die den Schülern
heutzutage geboten werden.
Wie viele Tausend junge Menschen werden es wohl sein, die in der
langen Zeit des Bestehens diese Neunkircher Bildungsinstitution
besucht haben?
Die Abiturienten des Jahrgangs
1950 gehörten zu den ersten in der Nachkriegszeit. Ihnen
war es freilich noch nicht vergönnt, im Neubau auf dem
Krebsberg unterrichtet zu werden. Dieses Gebäude wurde erst in
den Jahren 1950 und 1951 bezogen.
Nach dem 2. Weltkrieg hatte der Unterricht zunächst unter
heute kaum vorstellbaren Bedingungen in der stark beschädigten
Schlossschule und einigen anderen Notunterkünften
begonnen.
1948 ging die Schule in Staatsbesitz über, nachdem die Stadt
Neunkirchen durch die Notlage aufgrund der Kriegsfolgen ihren
Verpflichtungen als Schulträger nicht mehr nachkommen konnte.
Ab diesem Zeitpunkt trug sie die Bezeichnung „ Staatliches
Realgymnasium Neunkirchen mit Oberrealschule“.
Damit wurde an die Tradition des seit 1901 bestehenden Realgymnasiums angeknüpft, in dem Latein als erste, Französisch als zweite und (als wahlfreies Angebot) Englisch als dritte Fremdsprache unterrichtet worden war.
1901 war ein entscheidendes Jahr in der Schulentwicklung. Mit der Entscheidung des Provinzialschulkollegiums, das bis dahin bestehende Progymnasium zu einem Realgymnasium zu erweitern, war ein 25 jähriges zähes Ringen um den Ausbau der höheren Schule in Neunkirchen zu Ende gegangen.

Begonnen hatte alles vier Jahre nach der Reichsgründung von
1871. Im Boom der Gründerjahre waren die Rufe nach der
Einrichtung einer höheren Schule immer lauter geworden.
Am 12. April 1875 war es schließlich so weit: Im Saal der Gastwirtschaft Kramb wurde eine höhere Knabenschule eingerichtet, die nur zwei Jahre später in ein Schulhaus in der Viktoriastraße umzog. Nachdem die Regierung in Trier 1878 einer Angliederung der Unter- und Obertertia zugestimmt hatte, dauerte es bis 1896, dann war der Ausbau der Schule zum Progymnasium durch die Angliederung einer Untersekunda (10. Klasse) vollendet.
Der 11. März 1904 war ein großer Tag für die Schule: Das erste Abitur wurde abgenommen und alle sechs Oberprimaner des Jahrgangs bestanden die Reifeprüfung. Siebzig Jahre später lag die Zahl der Abiturienten etwa um 100 höher.
Langsam wurde es auch als „ normal“ angesehen, dass Mädchen die Schule besuchten und hier ihr Abitur ablegten.
Nach dem 2. Weltkrieg war die Schule unaufhörlich gewachsen
und erreichte im Jahr 1978 eine Gesamtschülerzahl von
1601.
Dies war auch die Zeit großer bildungspolitischer Reformbestrebungen. Der Schulversuch Oberstufe Saar („ SOS“) und schließlich die Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe bestimmten die erste Hälfte der 70er Jahre.
In diese Phase fiel auch die Berufung von Paul Bickelmann zum Schulleiter.
„De Bickel Paul“ wie die Schüler ihn nannten, bestimmte das schulische Leben über 25 Jahre.
Mit der Pensionierung dieser Neunkircher Institution im Jahre 1997 trat
auch ein Epochenwechsel ein: Der neue Schulleiter, Dr. Rainer Stein-Bastuck, setzt neue Akzente, die die Schule und ihre Schülerinnen und Schüler “fit for future“ machen sollen.
Neben die bewährten Traditionen der Schule (1999 feierte das
Schulorchester sein 40-jähriges Bestehen und die
Schulpartnerschaft mit Pont-à-Mousson konnte auf einen
20-jährigen regen Austausch zurückblicken) sind neue
Orientierungen getreten.
Die Herausforderungen des Zeitalters der Informationstechnologien
und der Globalisierung hat die Schule angenommen. Neben Initiativen
zu einem erweiterten und veränderten Sprachenangebot
öffnete sich die Schule gegenüber den Unternehmen der
Region und baute zielstrebig ihre Computerausrüstung aus.

Die Einführung eines Betriebspraktikums für die
Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10, die
Durchführung der ersten Neunkircher MultiMedia Messe, die
Kooperation mit der Wirtschaft im Rahmen von zwei Modellprojekten,
das Angebot eines Zusatzgrundkurses Wirtschaftslehre und
schließlich die Einweihung des Schulnetzwerkes mit zwei
Computerräumen und einem Internetcafé sind die
Wegmarken der letzten drei Jahre.
So ist die Schule heute eine der modernsten Bildungseinrichtungen
des Landes und damit gut gerüstet, seine zurzeit 910
Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen
vorzubereiten, die beruflich und privat auf sie zu kommen werden.
Vielleicht werden diese dann bei der 150 Jahr Feier
ähnliches sagen wie einer der „ Veteranen“ des Abitur Jahrgangs
1950:
“Ich bin stolz darauf, einmal dazugehört zu haben!“