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Neunkirchen. „Wir beobachten unsere Schüler genau, ob es Hinweise auf Hochbegabung gibt“, erklärt Lehrer Ulrich Will, der gemeinsam mit seiner Kollegin Annette Kiefer die Hochbegabtenförderung am Krebsberggymnasium
betreut.
Hinweise können zum Beispiel sein, dass Kinder sich im Unterricht langweilen oder immer wieder Fragen stellen, die über den eigentlichen Lehrstoff hinausgehen.
Ullrich Will: „Die Fachlehrer sprechen dann die Eltern darauf an, dass sie eine Hochbegabung bei ihren Schülern vermuten.“ Wenn die Eltern es wollen, können sie ihre Kinder beim schulpsychologischen Dienst des Kreises Neunkirchen testen lassen. In dieser und in der kommenden Woche finden die Tests für das kommende Schuljahr statt.
„Dabei geht es nicht nur um den Intelligenzquotienten, auch das Arbeitsverhalten des Kindes ist wichtig für die Auswahl“, sagt der Schulleiter Rainer Stein-Bastuck. Wie viele und welche Kinder überhaupt getestet werden, und wie die Ergebnisse ausfallen, darüber erhält die Schule selbst aber keine Informationen.
Stein-Bastuck: „Das läuft alles nur über die Eltern, und sie können dann auch entscheiden, ob sie die Hochbegabtenförderung für ihr Kind wollen oder nicht.“
In speziellen Sprechstunden und auf Elternabenden können sie sich über das Angebot weiter informieren.
Stein-Bastuck: „Wir gehen dabei sehr behutsam vor, denn viele können mit Hochbegabung erst einmal nichts anfangen.“
Er will den Eltern, aber auch den Kindern, „Mut machen, sich dieser Herausforderung zu stellen“.
Stein-Bastuck: „Ein Kind darf auch einfach mal nur gut sein, ohne dass gleich von Elite oder so gesprochen wird. Und wir wollen es dabei unterstützen.“
Von den rund 230 Schülern, die derzeit die sechsten und siebten Klassen des Gymnasiums am Krebsberg besuchen, nehmen acht Mädchen und Junge des Krebsgymnasiums und ein weiterer Schüler aus St. Ingbert an der Hochbegabtenförderung teil.
Immer mittwochs in der sechsten und siebten Stunde verlassen sie ihre Klassen, um gemeinsam zu lernen - innerhalb der Unterrichtszeiten, aber außerhalb des eigentlichen Unterrichtsplanes und Lernstoffes.
Denn das pädagogische Konzept für die Hochbegabtenförderung haben die beiden betreuenden Lehrer Ulrich Will und Annette Kiefer fächerübergreifend angelegt.
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Auch der Physiker Albert Einstein war hochbegabt.
Foto: SZ
Es soll kein Unterrichtsstoff vorweggenommen, sondern den Kindern sollen neue Themenfelder eröffnet, andere Arbeitsweisen und -techniken vermittelt werden.
Im vergangenen Jahr hat die Gruppe das Thema Einstein behandelt, in diesem beschäftigt sie sich mit der Tierwelt. Dabei steht dann auch mal der Besuch einer Ausstellung auf dem “Lehrplan” oder die Kinder lernen, wie man Präsentationen vorbereitet und umsetzt.
„Vorhandenes Potenzial besser fördern“ nennt das der Schulleiter Rainer
Stein-Bastuck. Und meint damit nicht nur seine Schüler, sondern auch die beiden Lehrer.
Vorbereitet haben sich Annette Kiefer, die sonst Mathematik und Deutsch unterrichtet, und der Mathe- und Physiklehrer Ulrich Will mit einem Seminar der Beratungsstelle Hochbegabung in Dillingen und einem intensiven Literaturstudium.
„Aber auch wir lernen bei unserer Arbeit mit den Schülern ständig Neues hinzu“, sagt Annette Kiefer.
Schulleiter Rainer Stein-Bastuck: “Ein Kind darf auch einfach mal nur gut sein.“
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