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Gymnasium am Krebsberg seit 1895 im Wandel


125 Jahre Gymnasium am Krebsberg Nachlese

Das war ein Auftakt nach Maß

Saarbrücker Zeitung vom 15.09.2000 Neunkirchen (kk) Das Gymnasium am Krebsberg feiert Geburtstag.

Das Neunkircher Krebsberg-Gymnasium feierte seinen 125. Geburtstag mit vielen Gästen und Ehemaligen. Der Festabend in der Aula war die richtige Einstimmung. Viel Lob gab es von den Rednern für das "Fundament des Gemeinwesens in unserer Stadt".

Es war ein sehr gelungener Abend dem Anlass entsprechend. Schulleiter Dr. Rainer Stein-Bastuck stand schon vorher die Freude ins Gesicht geschrieben.

Das Krebsberg-Gymnasium hatte zum 125. Geburtstag geladen und alle waren sie zum Festakt gekommen. Darunter gleich zwei Minister, der für Kultur, Jürgen Schreier und der für Wirtschaft, Hanspeter Georgi. Letzterer hatte sich bereit erklärt, die Festrede zu halten.

Landrat Dr. Rudolf Hinsberger, die Landtagsabgeordneten Hans, Geisen und Kolb, OB Decker, Kreistagsabgeordnete, ehemalige Schülerinnen und Schüler, Kollegen der Partnerschulen aus Pont-à-Mousson und, und, und. Bastucks Begrüßungsliste war ellenlang. Er wertete die große Zahl der Gäste als Beweis für "die große Wertschätzung, die unsere Schule genießt."

Vorneweg: Diesen guten Ruf rechtfertigte das GaK von der ersten bis zur letzten Minute der Festveranstaltung. Was Musiklehrer Thomas Doll mit Schulorchester und Chor und als Mitglied der Beifall umrauschten "Collegium Harmonists" auf die Beine gestellt hatte, ist aller Ehren wert. Begeisterter Applaus nach allen Darbietungen war der verdiente Lohn.

Und Beleg dafür, dass "Freude Leistung fördert", wie der Schulleiter in seiner Ansprache schon vorher festgestellt hatte. Rainer Stein-Bastuck beschäftigte sich darin außerdem mit der Vergangenheit der Schule und seinen Vorstellungen für die Zukunft des Gymnasiums. In einem Interview mit unserer Zeitung hatte er sich bereits ausführlich mit diesen Themen beschäftigt (Ausgabe vom 13. September).

Auf zwei Wünsche legte er im Beisein des zuständigen Ministers jedoch beim Festakt besonderen Wert: Den nach mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung und den Schulen die Entscheidung über die Fremdsprachenfolge zu überlassen.

Der Minister reagierte umgehend: Er werde den Antrag des Krebsberggymnasiums mit Englisch als erster, Französisch als zweiter und Spanisch als dritter Fremdsprache genehmigen, versprach Jürgen Schreier unter Applaus. Das Krebsberggymnasium habe sich ständig "den neuen Qualitätsansprüchen gestellt" führte Schreier aus. Das Traditionsgymnasium habe "viele Veränderungen miterlebt und bewältigt".

Es werde auch die Herausforderungen der Zukunft bestehen, ist er sich sicher. In diesem Zusammenhang sprach er vor allem den verkürzten Weg zum Abitur an. "Wer jetzt nicht handelt, handelt unverantwortlich", setzte sich Schreier ohne Wenn und Aber für das Turboabi in acht Jahren ein, "denn wir dürfen vor den neuen Herausforderungen nicht die Augen verschließen." Das tut der saarländische Kultusminister wohl auch nicht beim Thema "mehr Eigenständigkeit" für die Schulen. Schreier: "Man könnte den Versuch wagen, dann aber auch mit der entsprechenden Ergebnisverantwortung." Womit er gleichzeitig auch eine Lanze für einheitlichen Qualitätsstandard, also auch Einheitsprüfungen brach.

Gleich sechs Redner standen auf der Grußwortliste. Den Anfang machte Landrat Rudolf Hinsberger als Vertreter des Kreises, der auch Träger der Schule ist.

Auch Hinsberger trat dafür ein, die Schulen zunehmend von der Bürokratie zu befreien. Die Budgetierung der Kreisschulen habe sich bewährt. Sein Vorschlag: Jede Schule personalisiert ihren Betrieb selbst. Zehn Prozent der Kosten sollten zur Verfügung stehen, um Leistungen von außerhalb einzukaufen!

Oberbürgermeister Friedrich Decker führte aus, das Krebsberggymnasium habe sich "den Blick in die Zukunft in seinen Stundenplan geschrieben". Die Schule sei "ein wichtiger Baustein unserer Stadt", der auch im gesellschaftlichen Leben fest verankert sei.

Das GaK habe es immer verstanden, Tradition und Fortschritt miteinander zu verbinden, führte die Schülersprecherin Mareike Federkeil aus. Das sei schon beim langjährigen Schulleiter Paul Bickelmann so gewesen. Der wurde daraufhin mit donnerndem Applaus besonders gegrüßt. Rainer Stein-Bastuck habe diese Tradition fortgesetzt.

Man sei stolz auf das Erreichte, das auch Beleg für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten sei, freute sich  Elternsprecherin Barbara Simon. Sie appellierte auch an die Verantwortung der Eltern. Schule dürfe kein "Reparaturbetrieb" sein.

Aufgabe der Schule müsse es sein, die Kinder auf die immer größer werdenden Anforderungen einzustellen, betonte auch der Vorsitzende des Schulvereins Albert Schade. Sie dürften Schule jedoch nicht mit "Angst vor der Zukunft" vermischen.

Grußworte kamen auch von den Vertretern der Partnerschaftsschulen in Pont-à-Mousson und von Professor Dr. Joachim Hertel von SAP Retail Solutions in St. Ingbert. Er hatte als Geburtstagsgeschenk einen Gutschein über zehn Praktikantenstellen in seinem Betrieb mitgebracht. Ein Geldgeschenk von der Stadt gab es für das Schulorchester. Minister Jürgen Schreier zeigte sich ebenfalls großzügig: Demnächst wird es am GaK auch einen Drucker für A3-Kopien geben.

Wenn das kein Grund zum Feiern war. Man tat es dann auch gemeinsam bis in die Nacht. Über den weiteren Verlauf der Jubiläums werden wir noch ausführlich berichten.

Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Gymnasiums am Krebsberg sprach Prof. Dr. K. M. Girardet, Professor für Alte Geschichte an der Universität des Saarlandes. Seine Zuhörer waren die Schülerinnen und Schüler der Leistungs- und Grundkurse Geschichte der Klassen zwölf und 13. Girardet sprach zum Thema "Bundesstaaten im antiken Griechenland und das römische Imperium als supranationale Ordnungsmodelle für ein vereintes Europa von morgen?".


Geschichte der Schule in Zahlen seit 1875 bis heute

1875 Fünfklassige öffentliche höhere Knabenschule
1878 Angliederung der Tertien Regierungsverfügung
1892 Angliederung der Realabteilung (Lateinlos)
1894 Abbau der Realsexta Gemeinderatsbeschluss
1896 Ausbau zum Progymnasium
1904 Anerkennung als Realgymnasium
1908 Angliederung des pädagogischen Seminars
1920 Städtisches Realgymnasium
1927 Reformrealgymnasium mit Oberrealschule
1937 Oberrealschule für Jungen
1948 Verstaatlichung der Schule
1970 Reformmodell „ Oberstufe Saar“
1974 Neugestaltung der Sekundarstufe II
1994 Übernahme in die Trägerschaft des Kreises Neunkirchen
2000 Als eine der ersten Schulen im Saarland eröffnet das GaK sein Schulnetzwerk
2005 Einweihung Multimediale Lernwerkstatt
2007 Einrichtung Musikalischer Zweig
2012 MINT-freundliche Schule
2014 Partnerschule Leistungsorientiertes Fördertraining im Fußball


Es begann im Tanzsaal einer Gastwirtschaft

Saal der Gastwirtschaft Kramb 1875
Schlossschule

Das Gak feierte im Jahr 2000 sein 125 jähriges Jubiläum mit einem großen Festprogramm. Die Schulgemeinschaft durfte nicht nur viel Prominenz begrüßen, sondern auch eine Vielzahl Ehemaliger, die sich einen Eindruck von der Weiterentwicklung „ ihrer“ Schule verschaffen wollen.

Die Abiturienten der ehemaligen OIa des Abiturjahrgangs 1950 hatten vor wenigen Wochen den Anfang gemacht: Ihnen war es 50 Jahre nach dem Bestehen ihrer Hochschulreife zum ersten Mal möglich, das Gymnasium am Krebsberg zu besuchen. Begeistert waren sie vor allem von den vielen Möglichkeiten, die den Schülern heutzutage geboten werden.
Kappel.

Wie viele Tausend junge Menschen werden es wohl sein, die in der langen Zeit des Bestehens diese Neunkircher Bildungsinstitution besucht haben?

Die Abiturienten des Jahrgangs 1950 gehörten zu den ersten in der Nachkriegszeit. Ihnen war es freilich noch nicht vergönnt, im Neubau auf dem Krebsberg unterrichtet zu werden. Dieses Gebäude wurde erst in den Jahren 1950 und 1951 bezogen.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte der Unterricht zunächst unter heute kaum vorstellbaren Bedingungen in der stark beschädigten Schlossschule und einigen anderen Notunterkünften begonnen.

1948 ging die Schule in Staatsbesitz über, nachdem die Stadt Neunkirchen durch die Notlage aufgrund der Kriegsfolgen ihren Verpflichtungen als Schulträger nicht mehr nachkommen konnte. Ab diesem Zeitpunkt trug sie die Bezeichnung „ Staatliches Realgymnasium Neunkirchen mit Oberrealschule“.
Damit wurde an die Tradition des seit 1901 bestehenden Realgymnasiums angeknüpft, in dem Latein als erste, Französisch als zweite und (als wahlfreies Angebot) Englisch als dritte Fremdsprache unterrichtet worden war.

1901 war ein entscheidendes Jahr in der Schulentwicklung. Mit der Entscheidung des Provinzialschulkollegiums, das bis dahin bestehende Progymnasium zu einem Realgymnasium zu erweitern, war ein 25 jähriges zähes Ringen um den Ausbau der höheren Schule in Neunkirchen zu Ende gegangen.
Begonnen hatte alles vier Jahre nach der Reichsgründung von 1871. Im Boom der Gründerjahre waren die Rufe nach der Einrichtung einer höheren Schule immer lauter geworden.

Am 12. April 1875 war es schließlich so weit: Im Saal der Gastwirtschaft Kramb wurde eine höhere Knabenschule eingerichtet, die nur zwei Jahre später in ein Schulhaus in der Viktoriastraße umzog. Nachdem die Regierung in Trier 1878 einer Angliederung der Unter- und Obertertia zugestimmt hatte, dauerte es bis 1896, dann war der Ausbau der Schule zum Progymnasium durch die Angliederung einer Untersekunda (10. Klasse) vollendet.

Der 11. März 1904 war ein großer Tag für die Schule: Das erste Abitur wurde abgenommen und alle sechs Oberprimaner des Jahrgangs bestanden die Reifeprüfung. Siebzig Jahre später lag die Zahl der Abiturienten etwa um 100 höher. Langsam wurde es auch als „ normal“ angesehen, dass Mädchen die Schule besuchten und hier ihr Abitur ablegten. Nach dem 2. Weltkrieg war die Schule unaufhörlich gewachsen und erreichte im Jahr 1978 eine Gesamtschülerzahl von 1601.

Dies war auch die Zeit großer bildungspolitischer Reformbestrebungen. Der Schulversuch Oberstufe Saar („ SOS“) und schließlich die Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe bestimmten die erste Hälfte der 70er Jahre.
In diese Phase fiel auch die Berufung von Paul Bickelmann zum Schulleiter. „De Bickel Paul“ wie die Schüler ihn nannten, bestimmte das schulische Leben über 25 Jahre. Mit der Pensionierung dieser Neunkircher Institution im Jahre 1997 trat auch ein Epochenwechsel ein: Der neue Schulleiter, Dr. Rainer Stein-Bastuck, setzt neue Akzente, die die Schule und ihre Schülerinnen und Schüler “fit for future“ machen sollen.

Neben den bewährten Traditionen der Schule (1999 feierte das Schulorchester sein 40-jähriges Bestehen und die Schulpartnerschaft mit Pont-à-Mousson konnte auf einen 20-jährigen regen Austausch zurückblicken) sind neue Orientierungen getreten.

Die Herausforderungen des Zeitalters der Informationstechnologien und der Globalisierung hat die Schule angenommen. Neben Initiativen zu einem erweiterten und veränderten Sprachenangebot öffnete sich die Schule gegenüber den Unternehmen der Region und baute zielstrebig ihre Computerausrüstung aus.
Schlossschule Die Einführung eines Betriebspraktikums für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10, die Durchführung der ersten Neunkircher MultiMedia Messe, die Kooperation mit der Wirtschaft im Rahmen von zwei Modellprojekten, das Angebot eines Zusatzgrundkurses Wirtschaftslehre und schließlich die Einweihung des Schulnetzwerkes mit zwei Computerräumen und einem Internetcafé sind die Wegmarken der letzten drei Jahre.

So ist die Schule heute eine der modernsten Bildungseinrichtungen des Landes und damit gut gerüstet, seine zurzeit 910 Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen vorzubereiten, die beruflich und privat auf sie zu kommen werden.

Vielleicht werden diese dann bei der 150 Jahr Feier ähnliches sagen wie einer der „Veteranen“ des Abitur Jahrgangs 1950: “Ich bin stolz darauf, einmal dazugehört zu haben!“



Die ersten Abiturienten und Abiturientinnen

Die ersten Abiturienten (Abiturjahrgang 1904)
Dr. Adolf Fürst (Amtsgerichtsrat), Philipp Gräber (Studiendirektor), Paul Holthöfer (Oberregierungsrat), Dr. Oskar Jochem (Chemiker), Karl Ludwig (Rechtsanwalt), Dr. F. Weinmann (Syndikus)

Die ersten Abiturientinnen
Die ersten Mädchen, die am Krebsberg nach dem 2. Weltkrieg das Abitur ablegten, waren Gabriele Boger (1975), Karin Hersemeyer und Inge Maurer (1978). Die Drei hatten allerdings eine einsame Vorgängerin. Wie die Schulannalen belegen, bestand bereits im Jahre 1927 eine junge Frau die Reifeprüfung an dieser reinen Jungenschule, nämlich Gerda Gaßmann.


Bisherigen Schulleiter

 
  • Dr. H. Kappel
  • Geheimrat E. Wernicke
  • Dr. W. Schmidt
  • H. Nassenstein
  • Dr. K. Schnur
  • A. Arnold
  • K. Winn
  • A. Kopper
  • P. Bickelmann
  • Dr. R. Stein-Bastuck

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